Leiden ist eine Entscheidung – Deine Entscheidung

Folge mir bitte kurz auf einen Gedankengang:

Stelle Dir ein wild lebendes Tier in freier Wildbahn vor – vielleicht einen Fuchs oder einen Wolf – der auf seinen Streifzügen durch den Wald in eine Dorne tritt und sich schmerzhaft am Fuß verletzt.

Was glaubst Du, was er tut ?

A: Sich hinsetzen und über das Elend dieser Welt und sein Leiden insbesondere jammern

oder

B: Sich hinsetzen und so lange die Pfote lecken, bis der Dorn wieder verschwunden ist (oder einfach weiter durch den Wald humpeln).

Ich bin mir sehr sicher, dass Du Dir kein wildes Tier vorstellen kannst, das nun in Selbstmitleid zerfließt, weil die Situation ihm einen Schmerz zugefügt hat.

Jedes Tier, das darauf angewiesen ist, mit seinen eigenen Kräften hauszuhalten wird bemüht sein, alles in seiner Macht stehende zu tun, um die Situation zu verbessern – nicht aber sich im Leiden zu ergießen.

Während das bei einem Tier vermutlich eine instinktive Entscheidung ist, einfach weiter zu laufen, haben wir Menschen oftmals den Impuls, lieber zu jammern anstatt die Situation nach Kräften zu verändern.

Holzschnittartig ausgedrückt entscheiden wir uns, nicht unseren Verstand einzusetzen und alles dafür zu tun, eine unangenehme Situation zu verbessern, sondern wir entscheiden uns fürs Leiden.

Der Schmerz kommt von selbst (Dornen im Fuß, eine unerfüllte Liebe, ein Mensch in dem man sich getäuscht hat….), darunter zu leiden ist jedoch eine Entscheidung.

Raus aus dem Leiden – rein in die Selbstbestimmung

Wenn wir die Energie, die wir auf das Jammern und Leiden verwenden auf die Verbesserung der Situation legen (das Beenden des Schmerzes), kommen wir nicht nur weiter (im sachlichen Sinne), sondern wir gewinnen auch mehr und mehr an Selbststeuerung, Selbstvertrauen und wirken auf andere stärker.

Hier ein paar Beispiele:

  • Anstatt jammern über er/sie liebt mich nicht, ich bin am Boden zerstört lieber denken: OK, er/sie will mich nicht, das ist blöd, aber bei 7,5 Milliarden Menschen auf der Welt ist die Chance gigantisch, dass mir jemand über den Weg läuft, der viel besser zu mir passt. Ich bemühe ich ihn/sie zu finden.
  • Anstatt zu jammern, dass Du noch immer keine Villa am See und keinen teuren Sportwagen hast (wenn Du das willst) mache Dich besser auf und überlege, was Du noch nicht dafür getan hast aber tun kannst, um das Ziel zu erreichen (schau dir z.B. an, was andere gemacht haben, die das bereits erreicht haben – vielleicht kannst Du etwas davon lernen).
  • Anstatt zu jammern, dass Dein Mann / Deine Frau Dir nicht die Aufmerksamkeit zukommen lässt, die Du Dir wünschst, sprich mit ihm / ihr, suche Dir eine Paartherapie und – falls alles nicht klappt – verlasse Deinen Partner / Deine Partnerin.
    ( Lies hierzu auch meinen Artikel „http://der-paarcoach.de/love-it-change-it-or-leave-it-zum-umgang-mit-bloeden-situationen-im-leben/“).

Tausche Jammern gegen Aktivwerden

Sobald Du fortan merkst, dass Du Dich in Richtung „jammern“ bewegst, sage laut „Stopp“ und entscheide Dich, anstatt des Jammermodus (Leidensmodus) den Lösungsmodus einzuschalten.

Mache dir bewusst, dass Du den Schmerz nicht unbedingt vermeiden kannst, den Grad Deines Leidens aufgrund des Schmerzes aber schon.

Entscheide Dich so lange nicht zu jammern, bis Du wirklich alle – ich meine wirklich alle – Möglichkeiten ausgeschöpft hast, die Dir zur Verfügung stehen.

Solltest Du dann wirklich die Situation nicht verbessern können, dann entscheide Dich ein wenig zu jammern…. – aber, das passiert Dir sowieso nicht mehr.

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