Love it – change it – or leave it ! Zum Umgang mit blöden Situationen im Leben

In diesem Beitrag findest Du ein Rezept für den Umgang mit unangenehmen Zuständen und eine Meditationsanleitung, die Dir dabei hilft, den Zustand zu verändern.

Wann immer ich Menschen erlebe, die leiden, befinden sie sich in einem Zustand, bei dem sie noch nicht alles dafür getan haben, diesen Zustand zu verändern oder zu beenden (was ja auch eine Veränderung darstellt).

Das ist kein Vorwurf, sondern einfach meine Wahrnehmung aus unzähligen Kundengesprächen.

Ein Muster, welches ich immer wieder beobachte ist das Festhalten daran, wie es sein sollte und dem daraus resultierenden, verzweifelten Versuch, diesen nicht vorhandenen, aber erwarteten Zustand aufrecht zu erhalten.

Typische Beispiele dafür im Privatbereich sind

  • Mein Partner schenkt mir nicht die Aufmerksamkeit, die ich mir wünsche.
  • Ich habe nicht die Beförderung bekommen, die ich verdient habe.
  • In meinem Verein bin ich der einzige, der etwas tut. Warum machen die anderen nichts ? Warum sind sie nicht genauso engagiert, wie ich ?

In der Regel folgen diesen Beispielen dann offen ausgesprochene oder nicht ausgesprochene Erwartungen an andere. Besonders schlimm leiden manchen Menschen darunter, dass die anderen noch nicht einmal erkennen, welche Erwartung man hat.

Liebe es, verändere es oder verlasse es

Letzten Endes gibt es genau drei Möglichkeiten, mit Situationen umzugehen, die man unangenehm findet:

  • Liebe die Stituation !
  • Liebe sie nicht und verändere sie !
  • Liebe sie nicht und verlasse sie !

Nichts zu tun und zu glauben, dass sich dennoch etwas verändert ist – freundlich gesagt – naiv.

Im Folgenden zerlege ich die drei oben genannten Optionen mal ein wenig, um deutlicher zu machen, wie sie Dir dabei helfen können, Deine Situation zu verbessern.

Love it / liebe es !

Nachdem Du Dir bewusst gemacht hat, dass der aktuelle Zustand einer Situation Dir Unbehagen bereitet, frage Dich, was es Dich kostet, den Zustand lieben zu lernen. Vielleicht hast Du einen tollen Partner, der nur eine einzige Macke hat, nämlich die Socken nicht so wegzuräumen, wie Du es für richtig hältst. (Achtung: Er macht es nicht falsch, er macht es nur anders, als Du Dir wünschst !)

Was also müsstest Du selbst investieren, um Dich mit dieser Eigenart Deines Partners, die Dir im Moment noch Unbehagen bereitet, zu verändern ?

Richte Deine Aufmerksamkeit auf die positiven Aspekte

Du könntest an der Bewertung der Macke Deines Partners arbeiten. Statt: „Der Depp kann seine Socken nicht richtig einräumen“ könntest Du denken „Wie putzig der seine Socken einräumt – ganz anders als ich…“.

Du kannst auch damit beginnen aufmerksam zu beobachten, was bei Deinem Partner noch ist, außer seiner Eigenart, die Socken anders weg zu räumen, als Du es tust. Bisher liegt – gesteuert von Deinem Ärger – Deine Aufmerksamkeit ja auf dem „Makel“ Deines Partners.

Was ist da noch ?

Ist er vielleicht einfach ein lieber Kerl ? Ist der Sex mit Deinem Partner vielleicht besonders schön ?

Ist er ein zuverlässiger Freund und Weggefährte für Dich ?

Lange Rede, kurzer Sinn: Kannst Du die Situation lieben lernen, wenn Du Deinen Fokus auf etwas anderes richtest, als auf den „Makel“ ?

Was müsstest Du selbst investieren, um Dich mit der Eigenart Deines Partners zu arrangieren und sie nicht mehr als Stolperstein Deines eigenen Glücks zu empfinden ?

Kurz gefragt: Gibt es eine Investition Deinerseits, die Dich diese Situation lieben lässt ?

Dann investiere diese Investition und beginne, die Gesamtheit zu lieben.

Probblem gelöst.

Change it / Verändere es

Nachdem Du darüber nachgedacht hast, ob Du Dich mit der Situation arrangieren kannst, hast Du festgestellt, dass das für Dich nicht geht. Dann richte jetzt Deine Energie auf die Frage, ob Du die Situation verändern kannst.

Bevor Du daran gehst, die Situation zu verändern, mache Dir bitte bewusst, was das Ziel der Veränderung sein muss, damit Du zufrieden sein wirst.

Um beim obigen Beispiel zu bleiben: Geht es Dir darum, dass Dein Partner seine Socken so zusammen legt, wie Du es willst oder geht es Dir z.B. darum, dass die Sockenschublade optimal ausgenutzt ist.

Es ist natürlich auch nicht ausgeschlossen, dass es gar nicht um die Socken selbst geht, sondern darum, dass Du Dir einfach wünschst, dass Dein Partner Deine Wünsche mehr beachtet. In diesem Fall solltest Du nicht über die Socken mit Deinem Partner sprechen, sondern darüber, dass Du Dir mehr Beachtung für Deine Bedürfnisse von ihm wünschst.

So, nun hast Du Dir also klar gemacht, was das wirkliche Ziel der Veränderung sein soll und nun geht es los: Was kannst Du tun, um die Situation zu verändern ? Wie viel Energie bist Du bereit, in diese Veränderung zu investieren ?

Begrenze Deine Investition

Hast Du eine Grenze für Dich gezogen ? Wenn nein, empfehle ich Dir es zu tun, da Du ansonsten die Gefahr läufst, wie ein Hamster im Rad immer weiter und weiter verändern zu wollen, die Situation (die anderen Beteiligten, das Gesamtsystem…) die Veränderung aber gar nicht ermöglichen.

Setze Dir also eine Grenze für Deine Veränderungsinvestition und entscheide Dich, die Situation zu verlassen, wenn Du sie nicht lieben oder verändern kannst.

Leave it / verlasse es

Fassen wir mal kurz zusammen: Du befindest Dich in einer Situation, die Du auf keinen Fall lieben (akzeptieren) kannst und die Du nicht mit einem für Dich angemessenen Aufwand verändern kannst.

Wenn Dein bester Freund nun zu Dir käme und Dir diese Rahmenbedingungen darstellen würde und Dich fragte, was er Deiner Meinung nach tun solle… was würdest Du ihm raten ?

Würdest Du ihm raten: „Investiere noch mehr und noch mehr“ ?

Wohl kaum, oder ?

Erkenne, wann Schluss ist

An irgendeinem Punkt muss einfach Schluss sein. An irgendeinem Punkt musst Du Dir erlauben zu erkennen, dass Deine Mittel nicht ausreichen, um die Situation zu lieben oder zu verändern.

Nach allem was ich weiß, gibt es in diesem Fall nur noch die eine einzige Möglichkeit: Verlasse die Situation. Leave it !

„Wir wissen nicht, ob es besser wird, wenn wir es verändern, wir wissen aber, dass wir es verändern müssen, wenn es besser werden soll“.

Meditation

Wenn Du in einer Situation bist, die Dir nicht gefällt, die Dich unglücklich macht, dann nimm Dir diese zum Meditationsobjekt und suche eine Lösung, die für Dich passt.

Nachdem Du eine für Dich passende Meditationshaltung eingenommen hast, stelle Dir immer wieder folgende Fragen:

  • Was genau stört mich an der Situation ?
  • Welchen Zustand genau wünsche ich mir anstatt dieser Situation ?
  • Was kann ich dazu beitragen, die Situation zu lieben ? Was müsste ich verändern, damit ich mich wohl fühle ?
  • Bin ich bereit für diese Investition, für dieses Arrangement, für diesen Kompromiss ?
  • Wer oder was müsste sich wie bewegen, damit es für mich ok ist ?
  • Kann ich diese Bewegungen herbei führen ? Ist mein Einfluss groß genug, damit das passiert ?
  • Wenn Du zu der Erkenntnis gelangst, dass Du die Situation nicht lieben kannst und nicht verändern kannst, dann lasse sie los. Ziehe einen Strich. Investierte Deine Energie nicht mehr weiter darauf, wie Du es Dir ursprünglich einmal vorgestellt hattest sondern akzeptiere die Tatsachen und investiere Deine Energie nun darin, eine neue Situation nach Deinen Vorstellungen zu schaffen.Beginne, Deine Aufmerksamkeit darauf zu richten, wie Du Deinen Wunschzustand schaffst.

Meditiere in den nächsten Wochen am besten täglich für mindestens 30 Minuten über diese Fragen. Solange, bis Klarheit für Dich entstanden ist und dann handle.

Übrigens

Der Kluge und der Weise machen gleich viele Fehler. Der Kluge macht jedoch immer neue Fehler.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.