Was unterscheidet Paaroaching, Paartherapie und Paarberatung ? Was ist besser ? Wie arbeite ich selbst ?

Auf dieser Seite möchte ich dir den Unterschied zwischen Paarcoaching, Paarberatung und Paartherapie darlegen und Sie mit der Philosophie vertraut machen, die hinter meiner Arbeit liegt.

Wie coache ich selbst ?

Ich selbst arbeite nach so genannten "Systemischen" Prinzipien und Methoden. Systemisch meint in diesem Zusammenhang das Einbeziehen des gesamten Umfeldes und der Historie meiner Kunden.

Man kann es fast mit "ganzheitlich" beschreiben.

In diesem Gesamtumfeld suche ich zusammen mit meinen Klienten die Stellhebel, die ihr eigenes System (das Paar) wieder in ein Gleichgewicht bringen. In der Biologie nennt man das Bestreben eines Systems, sich ins Gleichgewicht zu bringen "Homöastase".

Wie das Gleichgewicht im System wieder hergestellt werden kann wissen wir zum Start der Zusammenarbeit nicht. Im Verlauf unserer Zusammenarbeit erarbeiten wir die Handlungsoptionen anhand Ihrer persönlichen Möglichkeiten, Wünsche und Ressourcen. Dies ist nötig, da es die "Goldene Formel für alle" leider nicht gibt (auch wenn viele Ratgeber das suggerieren - bitte fallen Sie darauf nicht herein).

Herauskommen soll ein System (Ihre Partnerschaft), das sich im Gleichgewicht befindet und das alle Beteiligten glücklich macht.

Ich stehe auf dem Standpunkt: "Was hilft ist richtig" und somit kann es auch sein, dass ich meinen Klienten auch unkonventionelle Methoden z.B. aus der Hypnotherapie oder aus dem Yoga anbiete (hier besonders Entspannungs- und Fokussierungstechniken).

In der Regel verwenden wir - neben spezielen Gesprächstechniken (Carl Rogers etc.) - besonders so genannte analoge Methoden, wie "Inneres Team" und Methoden "empathischer Gesprächsführung", "mediative Kommunikation" (insbesondere nach Marshall Rosenberg). Wollte man meiner Arbeitsweise noch weitere Fachbegriffe hinzufügen, so wären noch "NLP", "Transaktionsanalyse", "REVT" und "lösungsorientertes Kurzzeitcoaching" zu ergänzen.

Nach dieser etwas ausführlicheren Beschreibung meiner Arbeitsweise kommt hier nun die angekündigte Unterscheidung zwischen Paartherapie, Paarcoaching und Paarberatung.

Paarcoaching

Im Paaroaching wendet der Coach mit seinen Kunden unterschiedlichste Techniken an, um den Kunden (, sich auf seine eigenen Ressourcen zu besinnen und dadurch Probleme zu lösen.

Coaching ist sozusagen „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Ein guter Coach geht immer davon aus, dass sein Klient schon alle Mittel an Board hat, um seine Probleme zu lösen – womöglich sind diese Mittel nur gerade noch nicht greifbar.

Im Coaching gilt der Grundsatz, keine Ratschläge zu erteilen und keine Lösungen vorzugeben, sondern die Klienten dabei zu unterstützen, ideale Lösungen zu produzieren (das geschieht mit unterschiedlichsten Methoden).

Der Vorteil von Paarcoaching

besteht darin, dass Paare lernen, ihre eigenen Ressourcen zu erkennen und einzusetzen und dadurch auch in Zukunft, bei ganz anderen Themen, ohne Hilfe ans Ziel zu kommen.

Gib einem Hungrigen einen Fisch und Du machst ihn einen Tag lang satt.

Lehre ihn angeln und er kann sich sein Leben lang selbst ernähren.

Ein seriöser Coach arbeitet (nicht behandelt !) nur mit Menschen, die psychisch gesund sind, bzw. mit dem gesunden Teil der Psyche seiner Klienten.

Es gibt viele Fälle, in denen ein Kunde gleichzeitig eine psychotherapeutische Behandlung durchführt und gleichzeitig ein Coaching in Anspruch nimmt.

Wenn der Coach erkennt, dass ein Klient nicht (mehr) in der Lage ist, sich seiner eigenen Ressourcen bewusst zu werden und diese einzusetzen, so liegt vermutlich eine pathologische Störung vor, die von einem Therapeuten behandelt werden sollte.

Paartherapie

Eine Therapie „heilt“ grundsätzlich etwas. Ein Therapeut – z.B. ein Psychotherapeut – muss per se davon ausgehen, dass sein Klient (Patient) keinen Zugang mehr zu seinen Ressourcen aus eigener Kraft hat. Diesen Mangel beseitigt er mit Hilfe therapeutischer Maßnahmen.

Zu einem Therapeuten geht man, wenn man in irgendeiner Art „krank“ ist.

Wer nicht „pathologisch gestört“ ist, hat nach meinem Verständnis bei einem Therapeuten nichts verloren.

Paarberatung

Die Paarberatung zielt darauf ab, das Wissen des einen (des Beraters) zur Lösung eines Problems auf den anderen (den Kunden) zu übertragen.

Der Berater rät zu einer bestimmten Vorgehensweise, die aus seiner Sicht – aus seinem Wissen heraus – zum Ziel führt.

Diese Form der Zusammenarbeit kann manchmal die hilfreichste sein. Sie hat – im Gegensatz zum Coaching – den Nachteil, dass der Beratene nicht lernt, seine eigenen Ressourcen zu aktivieren.

Was ist nun besser ?

Wie so oft lässt die Frage  nur über die Problemstellung und den erwarteten Nutzen beantworten.

Aus meiner Sicht ist es für psychisch gesunde Menschen, die sich verändern möchten am besten, wenn sie ein Coaching in Anspruch nehmen. Dabei lernen sie, ihre Stärken zu erkennen und zu nutzen. Ich persönlich verstehe nicht, warum man zu einem "Psychotherapeuten" geht, wenn man psychisch gesund ist.

Für psychisch kranke Menschen ist die Psychotherapie die einzig richtige Form der Zusammenarbeit.

Manchmal ist es hilfreich, das Wissen eines anderen zu nutzen, um schnell an ein bestimmtes Ziel zu kommen, was für Beratung spricht.