Warum Yoga nicht einfach so gegen Burnout hilft – und was doch hilft

Hallo,

in diesem Artikel möchte ich erklären, warum „Yoga machen“, also z.B. das Praktizieren von Yoga im Fitnesscenter nicht zur Beseitigung von Burnout oder zu dessen Prävention beiträgt.

„Mal Yoga machen“ hilft nicht gegen Burnout. Was Du trotzdem tun kannst, um einem Burnout zu entkommen und ihm vorzubeugen, kannst Du hier nachlesen.

Ich bin ja selbst leidenschaftlicher Yogi (so nennt man Männer, die Yoga praktizieren) und somit ein Fan eines yogischen Lebens.

Die meisten Menschen verbinden mit Yoga die Bewegungsübungen und vielleicht noch die Versenkung / Meditation, haben aber vom Rest noch nichts bis wenig gehört oder praktizieren es.

Ein Leben nach den Regeln des Yoga ist etwas fundamental anderes, als „Yoga machen.“

Aber, der Reihe nach..

Wie entsteht Burnout ?

Burnout entsteht durch lebenslanges oder zumindest durch meist jahrelanges Anpassen an „außen“. In einen Burnout gerät man nicht, weil man viel arbeitet oder weil „viel zu tun“ ist, sondern weil man selbst die Balance zwischen Energieaufnahme und Energieabgabe aus den Augen verloren hat.

Was sind Energielieferanten für Menschen ?

Hier sind zunächst die mentalen Energielieferanten gemeint (die körperlichen behandle ich in diesem Artikel nicht).

Energielieferanten sind grundsätzlich alle Tätigkeiten und Aktionen, die Dir Freude und Bereicherung bringen, z.B.

  • Sport, den Du gerne machst,
  • Deinen Hobbies nachgehen,
  • Dich mit Feunden treffen,
  • Lesen,
  • Musikhören,
  • Meditieren,
  • Spaß haben,
  • Dich geistig bereichern,
  • Wandern,
  • u.s.w.

Wichtig ist, dass es sich um Aktionen handelt, zu denen Du intrinsisch motiviert bist, also „von innen heraus“. Dinge die Du nicht deshalb tust, weil sie von Dir verlangt werden, sondern weil Du Bock drauf hast.

Was sind Energiezehrer ?

Energiezehrer sind alle Aktivitäten, die bei Dir so genannten „Distress“ auslösen, also eine  Erregung, die mit negativen Gefühlen verbunden wird. Besonders sind die zu nennen, bei denen Du die Selbststeuerung abgibst, also z.B.:

  • Arbeiten im Takt anderer, z.B. bei der Pflege von Angehörigen,
  • Dinge, die Du „tun musst“, z.B. gesellschaftliche Verpflichtungen (obwohl Du lieber lesen würdest…),
  • Aktionen, die Deinen inneren Frieden kosten , z.B. gegen Deine Überzeugungen zu handeln (wegen des Geldes Rüstungsgüter produzieren, obwohl Du Pazifist bist),
  • Dich mit Menschen unterhalten, die Dich benutzen aber nichts da lassen,

Die Mitte ist nicht der beste Weg

Grundsätzlich ist es schon mal nicht schlecht, wenn sich Energieabgabe und Energieaufnahme im Gleichgewicht befinden. Menschen, die grundsätzlich immer wieder genügend Energie aufnehmen, können auch immer wiede mal in Situationen gehen, die kurzzeitig Kraft kosten. Das gleicht sich dann schon wieder aus.

Dennoch ist beim Gleichstand die Gefahr zum Ausbrennen immer noch vorhanden.

Besser leben die Menschen, die sich grundsätzlich dazu entscheiden,

möglichst viel von dem zu tun was ihnen gut tut und möglichst alles zu unterlassen, was ihnen nicht gut tut

Es gibt keinen vernünftigen Grund auf ein Übermaß an positiven Ereignissen zu verzichten. Ein „zu viel“ gibt es nicht. Zu wenig gibt es aber schon.

Menschen, die stets darauf achten, genügend energiespendende Impulse zu erhalten und die auch frühzeitig „nein“ sagen können, brennen nicht aus.

Von Burnout betroffen sein könen nur Menschen, die den berühmten Sprachfehler haben: „Nicht nein sagen zu können“ (zu den Ansprüchen ihrer Umwelt), statt „ja“ zu ihren eigenen Bedürfnissen zu sagen.

Wieso hilft nun Yoga nicht gegen Burnout

Der yogische Lebensweg hält viele Tipps dazu bereit, wie man ein glückliches und zufriedenes Leben führen kann (beschrieben in Patanjalis „Yoga Sutra“).

Das hilft aber nur Menschen, denen dieser Lebensweg auch gefällt. Das muss nicht für jeden das Richtige sein.

Wer hingegen zur „Yogastunde“ im Fitnesscenter hetzt, weil er annimmt, dass dort ein Wunder geschieht, und vielleicht noch nicht einmal Lust auf die „komischen Verrenkungen“ hat, der fällt nur einmal mehr in die Falle „sich nach außen zu orientieren“ und verbraucht wieder etwas von seiner wertvollen Energie.

Wenn Du Bock auf Yoga hast, kann er Dir helfen. Wenn es eine „Pflichtveranstaltung“ für Dich ist, dann nicht.

Fazit

Burnout entsteht systematisch und er entsteht durch viele Faktoren, die zusammenkommen.

Grundsätzlich entsteht Burnout aufgrund mangelnder Selbstfürsorge und übersteigerter Fürsorge nach außen.

Menschen, deren mentale Energiebilanz positiv ist, kriegen keinen Burnout.

Mentale Endergielieferanten sind bei Menschen unterschiedlich: Der eine wandert gerne, der andere liest gerne, der dritte liegt gerne in der Wanne u.s.w.

Es gibt kein einziges Mittel, das einen durch innere Muster entstandene Anpassungsstörung wie „Burnout“ beseitigen kann.

Lediglich eine Veränderung seines eigenen Verhaltens und ein aufmerksamer Energiehaushalt tragen dazu bei, einen Burnout nicht zu bekommen oder ihm vorzubeugen.

Das kann der yogische Lebensweg sein, oder ein anderer – das ist „Geschmackssache“.

Ich wünsche Dir, dass Du Deinen Weg in ein freudvolles und energisches Leben findest.

Lieben Gruß

Robert Flachenäcker

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